
Burgfelderstrasse
,
Schweiz
Veröffentlicht am 12. August 2020
Staehelin, Gisin + Partner AG
Teilnahme am Swiss Arc Award 2021
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Das Mehrfamilienhaus mit sechs Eigentumswohnungen wurde 2016 erbaut. Das Gebäudevolumen füllt eine Baulücke auf, die vorne und hinten zur jeweiligen Strasse offen ist.
Ausgangslage
Das Haus steht in einer langen und engen Baulücke am Burgfelderplatz in Basel. Das Haus hat zwei kurze Vorderfassaden zur jeweiligen Strassenseite und zwei lange Brandmauer zum jeweiligen Nachbargebäude. Da es neben den zwei Vorgärten keine weitere Freifläche vorhanden ist, wurde die ganze Fläche des Flachdachs als Gartenlandschaft ausgeführt.
Entwurfsidee
Da Burgfelderplatz ein prominenter, städtebaulich dichter und verkehrsbelasteter Ort in Basel ist, musste die Gestaltung des Gebäudes in der Übergangszone zwischen Stadt und Wohnraum realisiert werden, nämlich in den zwei Strassenfassaden. Die Hauptbedürfnisse des Innenraums, maximales Tageslicht, was grosse verglaste Fassadenflächen bedingt, und Schutz vor Einsicht und Strassenlärm, was hingegen kleinere Öffnungen verlangt, gerieten in Widerspruch zueinander. Deswegen musste eine projekt- und ortsspezifische Lösung gefunden werden. Diese fanden die Planer in einem Fassadenentwurf mit einer perforierten Gebäudehülle, die gleichzeitig raumhohe Fenster für maximum Licht und den nötigen Schutz anbieten. Die kleinen Balkone vor den Fenstern sind ein weiterer Schritt in der Gestaltung. Diese bilden eine Zwischenzone zwischen Strasse und Innenraum, die zur Erfüllung der Planungskriterien beiträgt.
Projektierung
Die Fassadenverkleidung, welche beide Strassen mit ihrer Einzigartigkeit prägt, war auch das technisch anspruchsvollste Bauelement in der Entwicklung. Diese besteht aus mehreren vorfabrizierten Betonelementen, die Fensterbrüstungen bilden. Die Elemente ermöglichen eine uniforme Fassadenfläche durch ihre unsichtbaren Fugen. Diese Fläche ist perforiert, sodass der Innenraum vom maximum Tageslicht profitieren kann, und gleichzeitig von der unmittelbaren Strasse geschützt ist. Da die Betonelemente aufgrund der Perforation nicht mit Stahl armiert werden konnten, wurden sie mit Glasfasern verstärkt.