Klangkleid, Pavillon für FrauMünsterhof 2021
,
Schweiz
Veröffentlicht am 01. April 2022
ETH Zürich Departement Architektur + Verein Créatrices.ch
Teilnahme am Swiss Arc Award 2022
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz. Vom 8. bis am 13. September 2021 zieht eine grosse Installation auf dem Münsterhof in Zürich die Aufmerksamkeit auf sich. Sie bildet Bühne, Klangraum, Plattform, Stadtmöbel und urbane Liegewiese zugleich.
Ausgangslage
50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz. Der Verein créatrices nimmt das Jubiläum zum Anlass, Leistungen von Frauen sichtbar zu machen, zu diskutieren, zu würdigen und zu feiern.
Mit den Aktionstagen «FrauMünsterhof21» bespielen wir von Mittwoch, 8. bis Montag, 13. September 2021, den Münsterhof in Zürich. Im Zentrum stehen eine öffentlich zugängliche Installation und ein Programm für ein bunt gemischtes Publikum. Im Fokus der Veranstaltungen stehen weibliche Perspektiven auf Raumentwicklung, Gestaltung und Partizipation.
Entwurfsidee
Entworfen und gebaut wird die Installation von Studierenden des Departements Architektur an der ETH Zürich. Der Lehrstuhl von Prof. Dr. Elli Mosayebi konnte für diese Zusammenarbeit gewonnen werden.
Während der Aktionstage «FrauMünsterhof21» ist die Installation das Zentrum von Konzerten, Diskussionen, Performances und einem grossen Fest. Im Fokus der Veranstaltungen stehen weibliche Perspektiven auf Raumentwicklung, Gestaltung und Partizipation. Die Installation lädt ein, sich den Stadtraum anzueignen, ihn gemeinsam zu geniessen und sich untereinander zu vernetzen.
«Klangkleid»: Gerüst, Textil, Licht und Klang bilden eine räumliche und auditiv erfahrbare Installation. Sie schaffen den architektonischen Rahmen für Diskussion, Gesang, Tanz, Spiel, Erinnerung und Vernetzung während der fünf Aktionstage auf dem «FrauMünsterhof21». Die Architektur besteht aus einem quadratischen Dach von fünfzehn auf fünfzehn Metern. Aus sieben Metern Höhe hängen Gerüsttextilien zwischen Gerüstmodulen. Die Stoffbahnen sind mit einer einfachen Seilzugmechanik in ihrer Höhe veränderbar. So kann sich der Vorhang wie in einem Theater heben und senken und damit allseitig zur Stadt öffnen oder verschliessen. Witterungsgeschützt findet unter dem Dach die Bühne, Bar und Infotheke Platz.
Projektierung
Das opulente Textil prägt die Aussenerscheinung der Installation. Einzig an den vier Ecken wird das Gerüst von aussen entblösst. Hier bilden sich durch höher hängende Stoffbahnen Eingänge aus. Das Textil wird mit Leuchtstrahlern über den Tag hinweg in unterschiedliche Farben getaucht.
Zwischen den Programmpunkten wird die Stimme der Installation hörbar. Das Dach als akustische Decke ist mit acht Lautsprechern ausgestattet. In einer austarierten Choreografie begleitet sie die Aktionstage akustisch von morgens bis abends.
Bei der Konzeption und Konstruktion der Installation wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass der Ressourceneinsatz der kurzen Veranstaltungsdauer angemessen ist. Die verwendeten Materialien sind alle geliehen oder recycelbar. In seiner Konstruktion bedient sich das Projekt den Elementen einer Baustelleneinrichtung. Damit wird auf das zentrale Anliegen von «Fraumünsterhof21» Bezug genommen: die Sichtbarmachung von Frauen in der Stadtgestaltung. Zudem verdeutlicht die Metapher der Baustelle die Aktualität von Gleichstellungsfragen in der Schweiz, selbst heute noch 50 Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts.
Realisierung
Am gemeinschaftlichen Werk beteiligte Personen: Professur Mosayebi / Prof. Dr. Elli Mosayebi, Fabian Lauener, Nelly Pilz
Statische Beratung: Prof. Dr. Joseph Schwartz, Davide Tanadini
Beratung Klanginstallation: Michael «Koko» Eberli
Studierende: Amélie Bès, Andrea Brechbühl, Emmanuelle Farine, Helia Jamshidi, Crisost Koch, Vanessa Magloire, Leonard Schaffner, Linda Sjøqvist, Simone Spillmann, Sofie Unger, Nicolás Wittig
Besonderheiten
Der Verein créatrices.ch vernetzt, kuratiert, koordiniert und entwickelt Projekte mit dem Ziel, die Leistungen von Frauen in Architektur, Umwelt- und Lebensgestaltung im Licht des 21. Jahrhunderts sichtbar zu machen. Seit der Gründung 2017 hat créatrices.ch viel Erfahrungen mit Öffentlichen Veranstaltungen gesammelt. Hervorzuheben ist die dreiwöchige Bespielung der Saffa-Insel 2018 mit einem Pavillon und vielen Veranstaltungen zum 60-jährigen Jubiläum der schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit «Saffa 1958». Zudem veranstaltet créatrices.ch seit drei Jahren regelmässig Salons, im Rahmen derer weibliche Leistungen in Planung, Kunst, Gestaltung und Architektur thematisiert werden.
Projektteam FrauMünsterhof:
Adrienne Pearson, Visuelle Gestalterin
Alexandra Schettler, Visuelle Gestalterin
Barbara Wiskemann, Architektin
Barbara Zibell, Raumplanerin und Professorin
Carmen Quade, Architektin
Carmen Schlatter, Architektin
Carole Iselin, Architektin
Caroline Ann Gebel, Visuelle Gestalterin
Claudia Moll, Landschaftsarchitektin
Corinne Holtz, Musikerin, Musikwissenschaftlerin, Publizistin
Dominique Lorenz, Architektin
Franziska Zibell, Raumplanerin und Politikerin
Henriette Lutz, Architektin
Julius Natrup, Mathematiker
Jutta Glanzmann, Architekturpublizistin
Katarina Lang, Buchgestaltung und Visuelle Gestalterin
Lydia Trüb, Historikerin und Germanistin
Marie Kirschning, Videografin
Martina Hauser, Architektin
Martina Küng, Architektin
Meret Roth, Sängerin und Kulturmanagerin
Monika Spring, Architektin und ehemalige Politikerin
Nina Scherer, Landschaftsarchitektin
Olympia Georgoudaki, Architektin
Sandra König, Architektin
Sarah Bleuler, Kommunikation und Organisationsentwicklung
Simone Blum, Architektin
Stefi Spinas, Pianistin
Tobias Sonderegger, Raumplaner
Yvonne Brändle-Amolo, Künstlerin und Politikerin